Berufungskommissionen

Im Muss ein Lehrstuhl neu besetzt werden – sei es weil der alte Lehrstuhlinhaber die Universität verlässt oder weil ein komplett neuer Lehrstuhl geschaffen wird – entscheidet eine Berufungskommission über die neue Professur.

Wie läuft so eine Berufungskommission ab?

Sobald bekannt wird, dass ein Lehrstuhl frei wird, muss sich der Fachbereich auf die Kriterien der Stellenausschreibung einigen. Diese hängen davon ab, welche Forschungsfelder und Schwerpunkte der neue Lehrstuhl abdecken soll. Nach der Festlegung der Kriterien wird die Professur in diversen Fachmagazinen und überregionalen Zeitungen wie der ZEIT ausgeschrieben.

Nach Bewerbungsschluss trifft sich die Berufungskommission zum ersten Mal. Sie besteht aus dem Dekan, der Gleichstellungsbeauftragten, einem externen Sachkundigen, mehreren, in der Regel fachnahen Professoren sowie zwei studentischen Vertretern.

In der ersten Sitzung erfolgt eine Vorauswahl von sechs bis acht Bewerbern anhand der eingegangenen Lebensläufe. Während die Professoren überwiegend auf den Nachweis hochkarätiger Forschungleistungen und (internationaler) Publikationen Wert legen, achten die Studierenden eher auf Lehrerfahrungen und Evaluationsergebnisse. In der zweiten Runde haben die ausgewählten Bewerber die Möglichkeit, die Kommission in 20-minütigen Vorträgen von sich zu überzeugen, um am Ende den begehrten Ruf zu erhalten. Diese Vorträge sind öffentlich, d.h. auch Ihr als Studierende könnt daran teilnehmen und anschließend Eure Meinung mit den studentischen Vertretern der Kommission austauschen!

In einer dritten Sitzung trifft sich die Berufungskommission ein letztes Mal, um eine Berufungsliste zu erstellen. Darauf stehen die drei Bewerber, die die Kommission am liebsten auf den vakanten Lehrstuhl berufen möchte. Nachdem diese Liste von externen Sachkundigen und dem Senat abgesegnet wurde, wird der erstplatzierte Bewerber auf den Lehrstuhl berufen. Im Idealfall nimmt dieser den Ruf an und wird nach erfolgreichen Vertragsverhandlungen neuer Lehrstuhlinhaber. Sollte der erste Bewerber den Ruf nicht annehmen, so wird der zweitplatzierte Bewerber berufen und so weiter. Wenn keiner der auf der Berufungsliste stehenden Bewerber den Ruf annimmt, so gilt die Berufung als gescheitert. In diesem Fall beginnt das Prozedere mit der Ausschreibung der Stelle ganz von vorn.